United Kingdom

UK ruft: Warum ich garantiert 2020 auf die Insel will

2020 ist ein verrücktes Jahr. In den ersten 5 Monaten ist bereits mehr passiert als in den 12 Monaten des Jahres 2019. Natürlich ist das nur ein Bauchgefühl, doch hält das Coronavirus die Welt in Atem und das Brexitchaos tobt in UK. Persönlich kommt mir dieses Jahr auch so intensiv vor, da ich das erste Mal eine Krise als Firmeninhaber mitbekomme. Die Verantwortung für mein Team ist ein besonders gewichtiger Faktor und Grund genug, die Pobacken zusammenzukneifen und das Unternehmen durch diese Zeit zu bringen.

Okay, du hast hier deine Bude, Corona tobt, Brexit ist am Start und du willst nach UK? 🇬🇧

Rational betrachtet eine verdammt schlechte Idee, das ist wohl richtig. Jedoch kann und will ich nicht jede Entscheidung mit einer rationalen Pro- und Kontraliste treffen. Manche Entscheidungen sind Herzentscheidung, sind herrlich irrational und eher durch ein ziemlich starkes Gefühl bestimmt. Genau eine solche Entscheidung ist der Umzug, jedoch reift diese Idee schon etwas länger. Den Auslöser für dieses Abenteuer versuche ich in diesem Blogbeitrag zu beschreiben.

2018 habe ich mich verliebt. In Land und Leute.

Leslie bei einer Taxi-Demo in London

Mit einer Gruppe von Freunden, Grüße gehen raus an dieser Stelle, bin ich vor zwei Jahren im Februar das erste Mal nach UK gereist. Vier Tage London waren geplant. Ich hätte nicht ahnen können, dass mich diese vier Tage verzaubern würden. Als Berliner war ich überzeugt, mich würde keine Stadt so schnell aus den Socken hauen. Schließlich wohne ich in der krassesten Metropole, die Deutschland zu bieten hat. Allerdings hat London keine drei Stunden gebraucht, um mich restlos zu begeistern.

Fasziniert war ich von der Geschwindigkeit, der ansteckenden Energie einer Stadt mit Weltbedeutung, dem Einsatz von Technologie selbst beim kleinsten Bäcker, die sauberen öffentlichen Verkehrsmittel, die Pub Kultur und schließlich verzauberten mich auch die Londoner, die mit ihrer Einstellung zum Leben meinen Nerv trafen. Ich weiß, dass London nicht gleich UK ist. Ein ähnliches Phänomen gibt’s auch im Verhältnis Berlins zum Rest der Bundesrepublik.

Um nicht nur London abzufeiern und vom Rest des Landes keine Ahnung zu haben, wollte ich natürlich auch den Rest entdecken. 2018 und 2019 folgten daher mehrere UK-Besuche. Die Reisen führten mich nach Manchester, Nottingham und Brighton. Dazwischen viele Bahnfahrten mit wunderbaren Landschaften. Abschließend konnte ich feststellen, dass mir nicht nur London gefällt. Ich hatte und habe etwas übrig für die britische Lebensweise, die Kultur, für Architektur und Landschaften. Die Pläne zum Umzug waren damit fix.

Piccadilly Circus in London, UK, bei Regen

Mehrere Fliegen mit einer Klappe

Mein Leben in Berlin ist in einen ermüdenden Trott geraten. Das Gefühl, in einer Sackgasse zu stecken, ist in den letzten Monaten ziemlich stark geworden. Die Trennung von meinem Ex-Freund Anfang des Jahres wirkte für das gesamte Vorhaben wie ein Brandbeschleuniger. Offiziell war ich ab dem Moment in Berlin an nichts mehr gebunden. Zeit also für einen Neuanfang! Die Arbeiten für mein Unternehmen lassen sich dank moderner Technik von überall auf der Welt erledigen und neuerliche Pläne für die Expansion auf den britischen Markt passen wie die Faust aufs Auge.

Gleichzeitig war es auch immer mein Ziel und zudem auch innerer Anspruch, Englisch wie ein Muttersprachler zu beherrschen. Mein U.S. Pass lässt alles andere seltsam erscheinen. Wo lernt man also am besten eine andere Sprache? Natürlich in den Ländern, in denen sie gesprochen wird. Da Australien und die USA zu weit weg sind, fiel die Entscheidung völlig selbstverständlich auf Großbritannien.

London by the sea – Hello Brighton

Die Frage, wo es nun genau hingehen soll, habe ich mir tatsächlich nicht leicht gemacht. London ist zwar mein Traum, doch die Mieten sind astronomisch hoch. Ich habe auch keine spezielle Präferenz, ob die Reise eher nach Süd- oder Nordengland gehen soll. Die Wohnungssuche konzentriert sich daher auf Brighton, Manchester und Liverpool, wobei jedoch Brighton mein heimlicher Favorit ist. England hat auch noch andere wunderschöne Städte, doch sind diese entweder ungenügend ans Bahnnetz angebunden oder haben keine nennenswerte queere Szene.

Brighton bietet neben der Nähe zu London auch den direkten Zugang zum Meer, was die ganze Sache unheimlich attraktiv macht. Die nächsten Wochen werden also spannend. Ich nehme euch mit auf mein UK-Abenteuer, versuche Einblicke in die Hürden des Umzugs zu geben, die Berührungspunkte mit der englischen Bürokratie zu beschreiben und meine ersten Gehversuche auf der Insel einzufangen. Ich freue mich drauf!

Hast du Pläne irgendwann einmal in ein anderes Land zu ziehen?

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